Interview mit dem ersten Kick&Start 2.0-Absolventen

Zur Feier des Tages gewährt uns der erste offizielle Absolvent des RheinFlanke Berlin-Projekts Kick&Start 2.0 seine persönlichen Einblicke in die Zeit während seiner Teilnahme. Gemeinsam mit seinem Betreuer Joan blickt er auf Erfolge und Herausforderungen während der Projektlaufzeit von eineinhalb Jahren zurück und zeigt uns dabei, wieso es sich lohnt am Ball zu bleiben.


Joan: Mich würde als Erstes interessieren, wie dein Leben ausgesehen hat, bevor du zu uns ins Projekt gekommen bist?


Teilnehmer: Ich war eher nur Zuhause und bin weniger tagsüber rausgegangen. Ich hing viel vorm PC und fühlte mich faul. Außerdem hatte ich Sanktionen, weil ich nie zu meinen Jobcenterterminen gegangen bin. Und gekifft habe ich damals auch. Mir ging es also schlecht im Vergleich zu heute.


Joan: Wie war das für dich, als du uns kennengelernt hast?


Teilnehmer: Als ihr vor meiner Tür standet, hatte ich ehrlich gesagt nicht wirklich Lust, mit euch zu kommunizieren. Also auch keinen Bock auf eine Jobcenter-Maßnahme. Aber ihr habt einfach nicht lockergelassen und mit meiner Mutter geredet, die euch dann rein gelassen hat und einfach zu mir ins Zimmer geschickt hat. Und dann standet ihr plötzlich da und wir redeten miteinander.


Joan: Was dachtest du über unser Projekt, als wir dir davon erzählten?


Teilnehmer: Das Projekt hörte sich gar nicht so schlecht an, weil es nicht so gezwungen ist. Das Projekt von euch war da etwas freier. Ihr meintet nur, dass ich von euch Hilfe bekommen würde, wieder am alltäglichen Leben teilzunehmen.


Joan: Ja, ich erinnere mich noch! Dann haben wir uns erst mal an den runden Tisch in deinem Wohnzimmer gesetzt und du wolltest hören, was ich überhaupt zu sagen habe. Glücklicherweise hast du dich drauf eingelassen und zugesagt, in unser Büro zu kommen.


Joan: Erzähl mal, was gefiel dir bei der RheinFlanke und an unserer gemeinsamen Arbeit und was ist dir schwergefallen?


Teilnehmer: Schwer war es für mich, frühe Termine wahrzunehmen. Ich habe oft verschlafen aber bin mit der Zeit auch pünktlicher geworden. Was mir hier am meisten gebracht hat? Ich bin selbstbewusster geworden! Ihr habt mir gezeigt, dass man was für sich machen muss, um im Leben etwas zu erreichen. Dann habe ich dadurch aktiver am Leben teilgenommen und war weniger vorm Computer.


Außerdem muss ich noch sagen, dass ich sehr dankbar für meinen Betreuer bin! Du hast mir bei allem zugehört und auch bei jeder Sache geholfen. Ich möchte nicht mehr nur Zuhause rumhängen und mein Leben an mir vorbeiziehen lassen. Ich will endlich eine Ausbildung anfangen und selbst Geld verdienen.


Joan: Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass du wirklich häufiger pünktlich warst als dass du verschlafen hast. Das hat sich mit der Zeit verbessert und lief dann richtig gut. Und ich möchte mal sagen, dass es auch für mich eine sehr schöne Zeit war, dich über eineinhalb Jahre begleiten zu dürfen. Und dich zum Beispiel bei der Eröffnung deines ersten Bankkontos zu unterstützen oder dir bei der Organisation deines Führerscheins zu helfen. Vieles hattest du bereits geplant. Du brauchtest nur etwas Unterstützung, um dich zu überwinden.


Joan: Jetzt fühlst du dich also bereit eine Ausbildung zu beginnen. Wie geht es jetzt weiter und was planst du nach deiner Zeit mit uns?


Teilnehmer: Ich werde weiterhin eine Ausbildung suchen. Leider hat das bisher nicht funktioniert. Das liegt aber auch daran, dass ich während der Pandemie mit dem Projekt bei euch anfing und dadurch die Ausbildungssuche sehr schwer war. Das finde ich sehr schade. Außerdem möchte ich mit dem Sport weitermachen, das hat mir sehr gefallen und seitdem geht es mir körperlich echt besser. Und ich möchte noch selbstbewusster werden und an mich glauben.


Joan: Das sind doch schon super Vorsätze. Der Anfang ist bereits getan! Man sieht dir an, dass du den Ehrgeiz hast, diese Ziele zu verfolgen. Also lass dich da nicht entmutigen. Letztlich bist du dafür verantwortlich, dein Leben so zu gestalten, wie du es dir vorstellst. Und ja, ich denke du bist auf dem besten Weg dorthin!