Spielend integriert! – Eine RheinFlanke Erfolgsstory



Saeel Sharifi

Saeel kam letztes Jahr im Alter von 19 Jahren nach Deutschland. Dreieinhalb Jahre war er unterwegs. Heute ist er auf dem Weg zum Schulabschluss, besucht einen Sprachkurs und möchte im kommenden Jahr seine C-Lizenz im Fußball machen. Den ersten Schritt dorthin, die Ausbildung zum DFB-Junior Coach, hat er mit Unterstützung der RheinFlanke bereits absolviert.


1. Wann und wie bist du nach Deutschland gekommen?

Meine Reise begann Ende 2015 mit 15 Jahren. Im Februar 2019 kam ich nach Deutschland und konnte endlich meine Mutter und meinen Bruder wiedersehen. Wir wurden während unserer Reise leider getrennt, sodass ich die letzten 9 Monate allein unterwegs war. Die ersten Monate lebten wir in einem Camp in Berlin. Seit einigen Monaten haben wir eine eigene Wohnung.


2. Wie bist du zur RheinFlanke gekommen?

Ein Sozialarbeiter im Camp hat mir von der RheinFlanke erzählt. Mir war dort sehr langweilig. Ich hatte nichts zu tun und es gab keine Personen in meinem Alter. Ich wollte allerdings gern neben der Schule etwas machen und mein Deutsch verbessern. Ich bin zur RheinFlanke gegangen, weil ich eine Beschäftigung gesucht habe und Freunde finden wollte. Ich dachte daran, vielleicht ein Praktikum zu machen. Von dieser Möglichkeit habe ich erst in Deutschland erfahren und fand die Idee toll. In meiner Heimat gibt es so etwas nicht, man geht einfach los und arbeitet.


3. Was hast du bei der RheinFlanke bisher gemacht und wie hat dich die RheinFlanke unterstützt?

Bei der RheinFlanke haben wir erst einmal geschaut, was ich mit meinen Interessen eigentlich alles so machen kann. Parallel dazu bin ich zu den Sportangeboten der RheinFlanke gegangen, um dort mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen. Da ich gern Fußball spiele und mit Kindern arbeiten möchte, hatten Anja und Dave die Idee, ich könnte eventuell eine Ausbildung zum Fußball Coach machen. So kann ich beides machen.


4. Warum wolltest du eine Ausbildung zum DFB Junior Coach machen und wie hat dich die RheinFlanke hierbei unterstützt?

Auch von einer Trainerausbildung hörte ich zum ersten Mal. Die RheinFlanke hat mir davon erzählt. Nachdem wir die Idee besprochen hatten, organisierte ich gemeinsam mit Dave und Anja alles, damit ich den Lehrgang machen konnte. Während der Ausbildung hat sich Dave mit mir jede Woche getroffen und wir haben die Aufgaben besprochen. Wenn es nötig war, hat Dave mir die Aufgaben nochmal erklärt oder übersetzt, so dass ich sie besser verstehen konnte. Er hat mir dann immer „Hausaufgaben“ aufgegeben, die ich erledigen musste, um im Zeitplan zu bleiben.


5. Wie war deine bisherige Arbeit als Junior Coach?

Nach ein paar Wochen im Lehrgang bin ich zu den Trainings der RheinFlanke in einer Unterkunft mitgegangen, um dort zu lernen, wie man als Coach mit einer Gruppe von Jugendlichen arbeitet. Später wechselte ich zu einem Team der C-Jugend beim FC Internationale 1908 e. V. und konnte so in einem richtigen Verein dabei sein. Das Anleiten des Teams war eine Herausforderung, da die Spieler mehr Disziplin haben und ich mich sehr gut vorbereiten musste. Es wurden viel mehr Übungen gemacht und weniger gespielt.


6. Welche Erfahrungen hast du bisher beim FC Internationale gemacht?

Ich war bei den Trainings als Co-Trainer dabei und habe zunächst viel zugeschaut. Nach einiger Zeit habe ich dann angefangen auch selbst Übungen oder die Erwärmung mit den Spielern zu machen. Wir hatten dreimal in der Woche Training wovon ich zweimal dabei war. Das war ganz schön viel. Am Wochenende waren immer Spiele, die ich als Co-Trainer begleitet habe. Meine erste selbstständig angeleitete Erwärmung werde ich nie vergessen. Ich war sehr aufgeregt. Die Coaches bei „Inter“ haben mich aber unterstützt und mir immer wieder gesagt, dass ich das schaffe. Es gab mir mehr Selbstvertrauen und ich wurde immer besser. Das war eine sehr gute Erfahrung!


7. Was hat sich für dich durch die Arbeit mit der RheinFlanke und dem FC Internationale verändert?

Ich habe viele neue Dinge gelernt und ausprobiert. So habe ich beispielsweise zum ersten Mal mit einem Computer in Linux gearbeitet, das war sehr interessant. Der Lehrgang und die Arbeit mit der RheinFlanke waren das Beste, was mir bisher in Deutschland passiert ist.


8. Was möchtest du gern in Zukunft machen?

Mein Traum ist es, irgendwann mal Pilot zu sein. Das ist aber sehr schwierig. In jedem Fall würde ich gern studieren und unbedingt auf eine Universität gehen. Und vielleicht kann ich in Zukunft mal in meiner Heimat ein Team trainieren, das wäre toll.


Auf seinem Werdegang wird Saeel Sharifi von Berliner RheinFlanke Mitarbeiter Dave Wilke aus dem Projekt work for you begleitet. Heute sagt er über Saeel:

„Das Arbeiten mit Saeel war und ist mir nach wie vor eine große Freude. Bereits Während des Lehrgangs war zu sehen, wie Saeel durch die an ihn gestellten Aufgaben in der Ausbildung zum DFB JuniorCoach gewachsen ist – mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten, verbesserte Sprachkenntnisse und die Rückmeldungen, dass seine Lösungen der Aufgaben sehr gut sind, führten zu mehr Selbstvertrauen. Dies wiederum ist in vielen Lebensbereichen wichtig, nicht zuletzt in der Arbeit als Trainer_in einer Gruppe. Ich freue mich bereits sehr darauf, Saeel auf seinen weiteren Weg zu unterstützen, insofern es notwendig und von ihm gewünscht ist.“



work for you Berlin ist ein Kooperationsprojekt mit dem FC Internationale Berlin e.V. und wird vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfond der Europäischen Union gefördert.