Spielend integriert – Zwischenbilanz des Gemeinschaftsprojekts von RheinFlanke mit FC Internationale



Halbzeit im Projekt Work for you Berlin, mit dem der Bildungsträger RheinFlanke gGmbH und der ebenfalls in Schöneberg ansässige FC Internationale Berlin 1980 e. V. versuchen, junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren für Ehrenamt und Engagement zu begeistern und Chancen auf eine berufliche und gesellschaftliche Integration verbessern wollen. Ausgangspunkt dafür sind sportliche Aktivitäten, was bei der RheinFlanke längst zum Markenzeichen geworden ist. Projektkoordinator Dave Wilke erläutert: „Sport ist hier kein Selbstzweck, sondern für die Jugendlichen ein erster Schritt in Richtung Engagement.“ So wie im Fall des 20-jährigen Saeel, der vor zwei Jahren nach Deutschland kam und als Jungtrainer beim FC Internationale hospitierte.


Projektkoordinator Dave Wilke erläutert: „Sport ist hier kein Selbstzweck, sondern für die Jugendlichen ein erster Schritt in Richtung Engagement.“ So wie im Fall des 20-jährigen Saeel, der vor zwei Jahren nach Deutschland kam und als Jungtrainer beim FC Internationale hospitierte. (Link zum Interview mit Saeel siehe unten) „Work for you spornt an, aktiv zu werden, stärkt Selbstwertgefühl, fördert Respekt, Toleranz und soziales Miteinander. Besonders wichtig: Jede und jeder hat eine Chance,“ beschreibt Schirmherr Christian Gaebler, Chef der Berliner Senatskanzlei und Fußballer, das Projekt. „Der Sport ist die Brücke zur Bildungsarbeit. Wer sie überschreitet, hat im Leben und Beruf neue Perspektiven.“ Für das erste große work for you-Turnier hat der aktive Schiedsrichter selbst gepfiffen. Neben ihm übernahmen auch die Teilnehmenden die Rolle der Unparteiischen, wofür sie im Vorfeld in einem Workshop geschult wurden. Fußballturniere auf dem Platz des FC Internationale oder bei der befreundeten Organisation Tentaja Soziale gGmbH im Hangar1 des Flughafens Tempelhof wurden unter Anleitung der Vereinsprofis von jungen Menschen geplant und umgesetzt. Natürlich spielten sie obendrein mit um den Turniersieg. Mit den Straßensozialarbeiter_innen von Gangway e. V. und dem Friedenauer Schülerclub Oase wurden erfolgreiche Feriencamp durchgeführt, mehr als 50 Jungs und Mädchen nahmen jeweils teil.


Im Projektteam arbeiten Menschen mit hoher Affinität zum Sport, die aber auch in anderen Feldern viel Kompetenz mitbringen. In den Sommerferien gab es einen mehrtägigen Fotoworkshop, auch ein Stadtteilprojekt ist in Planung. Bei Sport- und Freizeitaktivitäten werden Kontakte geknüpft und Beziehungen aufgebaut – z.B. für eine weitere Betreuung im Jobcoaching. „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Teilnehmenden, fördern bedarfsgerecht und erarbeiten gemeinsam individuelle Lösungen,“ beschreibt Fachreferentin Anja Mayer die Vorgehensweise. Sie und ihre Kolleg_innen helfen jungen Menschen bei der Berufswahlorientierung und mit Bewerbungstipps oder stellen wie bei Saeel Kontakte her. Aktuell findet die Beratung online und am Telefon statt (siehe Link zum Interview unten).


Die Pandemie erschwert die Umsetzung im Projekt, tatenlos ist man deshalb nicht. Ideen gibt es genug. Auch wenn noch unklar ist, wann man wieder Gruppensport treiben oder den Stadtteil Schöneberg erkunden kann, laufen die Vorbereitungen für Frühjahr und Sommer: Zurzeit werden aktiv die Feriencamps und der INTER-Kultur-CUP vorbereitet. Im Herbst soll es wieder mit Gangway und Oase das Schöneberger Fußballcamp geben, die Planungen mit tentaja zum Hangar1 laufen weiter auf Hochtouren, zudem werden Workshop-Formate zu den drängenden Themen Wohnungssuche, Zeitmanagement oder EDV-Kompetenz entwickelt. In der Warteschleife sind Projekte mit der Johanna-Eck-Schule und dem Oberstufenzentrum Lotis in der Dudenstraße, beide ebenfalls im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.


Insgesamt wurden seit Projektstart im Sommer 2019 rund 220 junge Menschen erreicht. Daher ist Standortleiterin Franziska Silbermann auch voll des Lobes für die Kolleginnen und Kollegen: „Ich bin beeindruckt davon, mit welcher Flexibilität und Dynamik das Team die Möglichkeiten ausgeschöpft hat, die sich im letzten Jahr boten – und wie sie die Zeit jetzt klug nutzen, um bald wieder voll durchstarten zu können. Dann wird unsere Arbeit mit den Jugendlichen noch mal wichtiger, um Defizite aus dieser schwierigen Zeit wieder einzuholen."


Work for you Berlin wird vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union kofinanziert. 2020 wurde das Projekt zudem durch Mittel der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zur kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitäts-prävention im Bezirk Tempelhof-Schöneberg unterstützt.